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Selbsthilfegruppen bei Glücksspielsucht: Was sie leisten

Eine Selbsthilfegruppe bringt Menschen zusammen, die dasselbe Problem teilen: bei Spielsucht, fachlich Glücksspielstörung, also Betroffene und Angehörige. Diese Seite erklärt sachlich, was eine Selbsthilfegruppe ist, wie sie wirkt, welche Angebote es auch online gibt und wie Sie eine Gruppe in Ihrer Nähe finden.

Was ist eine Selbsthilfegruppe?

Eine Selbsthilfegruppe ist nach der Definition der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen (DAG SHG, 1987) ein freiwilliger Zusammenschluss von Menschen, deren gemeinsames Ziel die Bewältigung einer Krankheit oder eines Problems ist, das sie selbst oder als Angehörige betrifft. Die Gruppe wird nicht von Fachkräften geleitet, sondern von den Teilnehmenden getragen.

Kennzeichnend ist die Gleichrangigkeit: Es gibt keine Behandelnden und keine Behandelten, sondern Betroffene, die sich auf Augenhöhe austauschen. Die Treffen finden regelmäßig statt, die Teilnahme ist in der Regel kostenlos und die Gruppe verfolgt keine kommerziellen Interessen. Die DAG-SHG-Definition ist bis heute die gebräuchliche Bezugsgröße und wird deshalb mit ihrer Jahresangabe von 1987 zitiert. Eine Selbsthilfegruppe ist kein Ersatz für Beratung oder Therapie, sondern eine eigenständige Form der Unterstützung neben dem professionellen Hilfesystem.

Wie hilft eine Gruppe bei Glücksspielsucht?

Nach Darstellung der Selbsthilfe-Fachstellen (DAG SHG, NAKOS) wirkt eine Selbsthilfegruppe vor allem über den Austausch mit anderen Betroffenen: Wer offen von Rückfällen, Schulden oder Scham spricht, erlebt, mit dem Problem nicht allein zu sein. Regelmäßige Treffen geben Struktur, die Anonymität senkt die Hemmschwelle, und das Miterleben von Wegen aus der Sucht macht Veränderung greifbar.

Die Fachstellen beschreiben mehrere Wirkungen, die aus der Gruppe entstehen können. Die Gruppe ergänzt eine Behandlung, ersetzt sie aber nicht:

  • Austausch auf AugenhöheErfahrungen von Menschen, die dasselbe durchlebt haben, wirken oft anders als gut gemeinte Ratschläge von außen.
  • Regelmäßigkeit und StrukturFeste Termine geben dem Weg aus der Sucht einen verlässlichen Rahmen und helfen, dranzubleiben.
  • Anonymität und VertraulichkeitWas in der Gruppe besprochen wird, bleibt dort. Das senkt die Hemmschwelle, ehrlich zu sein.
  • Ergänzung zur TherapieDie Gruppe wirkt neben Suchtberatung, ambulanter oder stationärer Behandlung, nicht an deren Stelle.

Viele Betroffene nutzen eine Selbsthilfegruppe parallel zu einer Behandlung oder im Anschluss an eine Reha, um das Erreichte zu stabilisieren. Wo eine akute Behandlung ansteht, führt der Weg zunächst über eine Behandlung und Therapie oder eine Suchtberatungsstelle.

Gibt es Gruppen auch online?

Ja. Neben Treffen vor Ort gibt es digitale Selbsthilfe. Die NAKOS fasst darunter (2024/25) Gruppen, die sich per Chat, Forum oder Videokonferenz austauschen, zeit- und ortsunabhängig und oft anonym. Das erreicht Menschen, die keine Gruppe in der Nähe haben, unregelmäßig arbeiten oder den ersten Schritt lieber aus dem geschützten Rahmen der eigenen Wohnung gehen.

Digitale Selbsthilfe schließt genau die Lücke, die auf diesem Portal bewusst offen bleibt: die-spielsucht.de betreibt selbst kein Forum und keine eigene Community. Die früheren Beiträge des von 2003 bis 2012 unter dieser Domain geführten Betroffenenforums werden nicht wiederveröffentlicht, und ein moderiertes Austauschangebot mit teils suizidnahen Anfragen ist ohne Fachpersonal nicht verantwortbar. Statt einer Neuauflage verweisen wir auf real bestehende, fachlich getragene Austausch- und Online-Selbsthilfeangebote. Eine kuratierte Übersicht dazu finden Sie auf der Seite Foren & Austausch.

Was sind die Anonymen Spieler und die 12-Schritte-Gruppen?

Die Anonymen Spieler (Gamblers Anonymous, GA) sind eine international verbreitete Selbsthilfegemeinschaft, die nach einem Zwölf-Schritte-Programm arbeitet. Die Gruppen sind kostenlos, anonym und werden von Betroffenen getragen. Das Programm beschreibt einen strukturierten Weg vom Eingeständnis des Kontrollverlusts bis zur dauerhaften Spielfreiheit.

Das Zwölf-Schritte-Modell ist ein Angebot unter mehreren und passt nicht für jeden; manche Menschen finden in einer weltanschaulich offeneren Gruppe eher Anschluss. Die einzelnen Schritte und ihre Grundgedanken stellen wir sachlich auf der Seite Das 12-Schritte-Programm dar. Örtliche GA-Gruppen und ihre Treffpunkte finden Sie über die Hilfe-Übersicht und die überregionalen Verzeichnisse.

Wie finde ich eine Gruppe in meiner Nähe?

Selbsthilfegruppen sind regional organisiert. Den Einstieg bietet die Hilfe-Übersicht dieses Portals: Sie führt zu den nach Postleitzahl geordneten Seiten plz0.htm bis plz9.htm, auf denen Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen und Anlaufstellen für Ihr PLZ-Gebiet gesammelt sind.

Für die bundesweite Suche sind zwei unabhängige Verzeichnisse maßgeblich:

  • DHS-SuchthilfeverzeichnisDie Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) führt ein bundesweites Verzeichnis von Beratungsstellen und Selbsthilfeangeboten.
  • NAKOSDie Nationale Kontakt- und Informationsstelle vermittelt über regionale Selbsthilfekontaktstellen an Gruppen vor Ort und listet digitale Angebote.

Die Angaben zu einzelnen Gruppen ändern sich: Treffpunkte, Uhrzeiten und Ansprechpersonen sollten vor einem ersten Besuch geprüft werden. Bei akuten Krisen oder wenn eine Behandlung ansteht, ist eine Suchtberatungsstelle die passendere erste Anlaufstelle; sie ist kostenlos, vertraulich und oft ohne Termin erreichbar.

Quellen

  1. Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e. V. (DAG SHG): Definition der Selbsthilfegruppe, 1987. Grundlage der Begriffsbestimmung im Abschnitt „Was ist eine Selbsthilfegruppe?".
  2. Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS): Angaben zu digitaler Selbsthilfe (2024/25) sowie Vermittlung an regionale Selbsthilfekontaktstellen.
  3. Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS): bundesweites Suchthilfeverzeichnis (Beratungsstellen und Selbsthilfeangebote).
  4. Gamblers Anonymous / Anonyme Spieler: Selbsthilfegemeinschaft nach dem Zwölf-Schritte-Programm.

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