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Selbsttest

Spielsucht beim Partner erkennen: zwölf Fragen an sich selbst

Wenn ein naher Mensch glücksspielsüchtig ist, verändert das oft auch das Leben der Angehörigen. Dieser Fragebogen richtet den Blick nicht auf die spielende Person, sondern auf Sie: darauf, wie sehr das Glücksspiel eines anderen Ihren Alltag, Ihre Finanzen und Ihre Kräfte bereits mitbestimmt.

Was bedeutet Co-Abhängigkeit im Zusammenhang mit Glücksspiel?

Co-Abhängigkeit beschreibt ein Muster, in dem Angehörige das Glücksspiel eines nahen Menschen unbeabsichtigt mittragen, etwa indem sie Geld kontrollieren oder vorstrecken, Schulden übernehmen, das Verhalten vor Familie, Freunden oder Arbeitgeber decken und dabei die eigenen Bedürfnisse zurückstellen. Der Begriff ist keine anerkannte medizinische Diagnose, sondern eine Beschreibung aus der Suchthilfe.

Typisch ist ein schleichender Verlauf: Aus Sorge, Loyalität oder dem Wunsch, Schlimmeres zu verhindern, übernehmen Angehörige nach und nach Verantwortung, die eigentlich bei der spielenden Person liegt. Das entlastet kurzfristig, hält das Spielen langfristig aber oft eher aufrecht, weil dessen Folgen abgefedert werden. Gleichzeitig wachsen die eigene Erschöpfung, das Misstrauen und das Gefühl, allein für alles geradestehen zu müssen. Diese Belastung ist ernst zu nehmen, unabhängig davon, ob die spielende Person Hilfe annimmt.

Wie funktioniert dieser Fragebogen?

Gehen Sie die zwölf Fragen in Ruhe durch und zählen Sie, wie oft Sie mit Ja antworten. Die Fragen sind eine eigene, allgemein verständliche Formulierung typischer Belastungssignale bei Angehörigen von Menschen mit einer Glücksspielstörung. Es gibt keine richtigen oder falschen Antworten, und niemand außer Ihnen sieht das Ergebnis. Die Auswertung finden Sie unter der Liste.

  1. Kreisen Ihre Gedanken häufig darum, ob, wann oder wie viel der andere Mensch gerade spielt?
  2. Kontrollieren Sie Kontoauszüge, Nachrichten, Taschen oder das Handy, um dem Spielen auf die Spur zu kommen?
  3. Verwalten oder verstecken Sie Geld, Karten oder Zugänge, damit weniger davon ins Spielen fließt?
  4. Haben Sie schon Geld vorgestreckt, ausgeliehen oder Rechnungen bezahlt, die durch das Spielen offen waren?
  5. Haben Sie Schulden des anderen ganz oder teilweise übernommen oder mitfinanziert?
  6. Entschuldigen oder beschönigen Sie das Verhalten vor Familie, Freunden, Arbeitgeber oder Gläubigern?
  7. Halten Sie vor anderen zurück, wie ernst die Lage rund um das Spielen tatsächlich ist?
  8. Stellen Sie eigene Wünsche, Pläne oder Ausgaben regelmäßig zurück, um das Spielen und seine Folgen aufzufangen?
  9. Gibt es häufiger Streit, Vorwürfe oder wachsendes Misstrauen zwischen Ihnen und der spielenden Person?
  10. Fühlen Sie sich erschöpft, angespannt oder ausgelaugt, weil Sie ständig auf das Spielen achten?
  11. Schlafen Sie schlechter, grübeln Sie nachts oder kommen Sie innerlich kaum noch zur Ruhe?
  12. Haben Sie das Gefühl, ganz allein die Verantwortung dafür zu tragen, dass nichts zusammenbricht?

Wie Sie das Ergebnis einordnen

Null bis zwei Ja: Im Moment spricht wenig dafür, dass das Spielen eines anderen Sie stark belastet. Achten Sie trotzdem darauf, wenn sich das ändert.

Drei bis sechs Ja: Einiges davon sollten Sie ernst nehmen. Viele Angehörige übernehmen in dieser Phase nach und nach Aufgaben, die sie überfordern. Ein Beratungsgespräch hilft, den eigenen Anteil zu sortieren.

Sieben oder mehr Ja: Vieles deutet auf eine deutliche Belastung hin. Beratung gibt es ausdrücklich auch für Angehörige: anonym, kostenlos und unabhängig davon, ob die spielende Person mitkommt.

Diese Fragen sind eine eigene, allgemein verständliche Beschreibung typischer Belastungssignale bei Angehörigen. Sie sind kein geprüftes diagnostisches Verfahren, ergeben keine Diagnose und ersetzen keine ärztliche, psychotherapeutische oder Beratungs-Einschätzung. Die Auswertung erfolgt nur in Ihrem Kopf: Es werden keine Antworten an einen Server übertragen und nichts gespeichert.

Beratung ist auch für Angehörige da

Sie müssen nicht warten, bis die spielende Person Hilfe sucht. Suchtberatungsstellen beraten Angehörige eigenständig, kostenlos und vertraulich: vor Ort, telefonisch oder online. Es geht dann um Ihre Entlastung: klare Grenzen, der Umgang mit Geld und Schulden und der Schutz der eigenen Kräfte.

Hilfe in einer akuten Krise